16.05.2022

Wieder stehen wir um 7 Uhr auf. Heute aber, damit wir nach dem Frühstück um 8:30 Uhr ins Bad können. Das soll Urlaub sein? – Aber ja! – Denn mit einem coolen Drink dazu und grandioser Aussicht über den Fjord auf die gegenüber liegende Berg- und Gletscherwelt im 34-38 Grad warmen Wasser zu entspannen, das ist schon Urlaub!

Wir genießen es mit Wonne bei herrlich schönem Wetter und fast etwas zu warmem Wasser (müssen mehrfach raus um uns abzukühlen) bis gegen 10:30 Uhr. Dann raus aus der Brühe, rein ins Auto und Abfahrt in Richtung Isafjördur am Nordende der Westfjorde. Die Straße Nr. 61 verläuft gemütlich entlang des Mjöfjordur zum Skötufjordur mit reichlich Kurven und zahlreichen schönen Aussichten.

Am Skötufjordur erwartet uns ein altes schmuckes Torfhaus (Litlibaer) mit Waffeln und Kaffee, das gleichzeitig ein wenig museal eingerichtet ist und in dem man seine Waffeln genießen kann. Wegen des ausnehmend schönen Wetters machen wir das draußen im Garten neben dem Haus.

Im Haus habe ich mir bei der Besichtigung im ersten Stock den Kopf an einer zu niedrigen Tür gestoßen. Das gibt mal wieder eine ordentliche Schramme an der erweiterten Stirn.

Gestärkt fahren wir weiter und machen Halt an einer Aussichtsstelle bei Kambsnes, einem Vorsprung der sich sehr gut für Rundumfotografie eignet. Immer wieder haben wir heute die beiden Damen vom Campingplatz getroffen, Mutter und Tochter aus Australien. Es folgen jede Menge weiterer schöner Aussichtsstellen mit Blick hinüber zum Drangajökull Gletscher.

Am Fjordende des Alftafjördur machen wir eine kleine Wanderung in die Alftafjardarheidi zu Schlucht und Wasserfall Valargil (ca 45 min), wo wir abermals auf die beiden Damen treffen. Schon grüßen wir uns mit: „Bis später in Isafjördur“.

Wir sind schon bald darauf dort und gehen direkt am Ortseingang bei einem Bonus-Supermarkt einkaufen. Zum Beispiel ein wenig Brot: das kostete (Körnerbrot) pro Gramm etwa 1 Cent. Also 400 Gramm Brot kosteten 4,29 Euro.
Ich weiß nicht ob das hier immer so teuer ist oder ob das die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sein sollen. Auch Käse: Sehr teuer. Wir sind froh dass wir nicht viel brauchen, weil wir fast alles mitgebracht haben. Außer Frisches wie Salat, Paprika oder Tomaten. Wir fragen uns, wie das die Einheimischen machen und was die wohl so verdienen.

Wir fahren nach dem Einkauf zuerst durch Isafjördur hindurch und weiter bis zum letzten Ort Bolungarvik. Dazwischen liegt, gleich nach einem Tunnel, das Örtchen Ósvör mit einem Fischereimuseum in Form eines Museumsdorfes, das aus ca. 3 Häusern besteht. Leider ist niemand da um uns etwas darüber zu erzählen, so können wir es nur begehen und die Häuser von außen anschauen. Bei einigen kann man auch durch die Fenster sehen und ein wenig vom Innenleben erkennen. Es ist kurz vor 17 Uhr und es ist Montag. Vielleicht sind Montags Museen auch in Island geschlossen? Ist das ein internationaler Museumsruhetag?

Zurück in Isafjördur liegt im Hafen wieder das Kreuzfahrtschiff „Hamburg“, das wir schon in Siglufjördur am Hafen gesehen haben. Wir kurven erst am Hafen, dann zwischen kleinen Straßen herum um einen Eindruck vom Städtchen zu bekommen. Wir finden dabei eine Tankstelle der Marke OB/Olis und tanken, obwohl der Tank noch zu 1/4 voll ist. Es ist einfach ein besseres Gefühl, als später unter Druck suchen müssen. Mit vollem Tank suchen wir nun den Campingplatz auf. Ein schöner Platz, aber auf den Wiesen ist noch alles voller Schnee. Zwei Camper stehen auf dem Parkplatz vor der Rezeption. Die ist wie so oft in diesen Tagen unbesetzt. Der ebenfalls wartende Holländer erklärt, dass der Platz „semi offen“ sei, weil alles nass ist. Wir können auf dem Parkplatz stehen bleiben, das kostet uns nichts. Die Toiletten-Einrichtungen können wir nutzen, Duschen allerdings nicht. Auch kein Gemeinschaftsraum/Küche.

Ich rufe den Betreiber (zusätzlich zu den anderen Gästen) auch noch an, evtl. erhöht die ja Anzahl der potenziellen Gäste die Motivation die Gemeinschaftsräume/Küche zu öffnen. Leider ist das nicht der Fall. Das WLAN funktioniert, es reicht nur nicht so sonderlich weit. Also parke ich das Auto in Nähe der Rezeption, wo man auf ebener Erde steht und wir draußen sitzen und kochen können, direkt neben dem rauschenden Bachlauf. Ein sehr schöner Abend. Es ist erst 18 Uhr und es ist relativ mild.

Wir machen Bratkartoffeln und die gekauften Tiefkühl-Falafel, dazu Karotten-Zucchini-Paprika Gemüse. Geht alles auch mit nur einer Herdflamme und einer viel zu kleinen Pfanne des Camping-Kochgeschirrs. Geschirr spülen ohne Warmwasser war dann schon etwas schwieriger. Das Rauschen des Baches wiegt uns in den Schlaf dieser noch immer kalten Nächte.

Blau eingezeichnet die zurück gelegte Strecke – (raw Map by OpenStreetMap.org)

Km-Stand: 205.729 (176 km gefahren)

Tag 17 – Warmbaden, Waffeln & Westfjorde

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