21.05.2022

Wir stehen gegen 8:30 Uhr auf, obwohl wir schon seit etwa 7 Uhr wach sind. Zum Frühstück gibt’s heute zur Abwechslung (und damit es nicht schlecht wird) mal wieder Brot statt Müsli. Wir trödeln heute etwas, ich räume noch in der Dachbox herum und kontrolliere die Vorräte.

Erst gegen 11 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Geysir, wo wir gegen 11:45 Uhr ankommen.
Uns erwarten Besucherströme ohne Ende. Bus folgt auf Bus am riesigen Geysir Center mit Hotel, Restaurant, Café, Shop und Infozentrum. Toilette und Shop scheinen das Wichtigste für Menschen aller Nationen zu sein. Ich möchte gar nicht wissen wie es hier zugeht, wenn die Saison auf Hochtouren brummt. Wir verschaffen uns einen Überblick auf einer Karte und entscheiden uns dann, erst den Weg über eine Anhöhe zu gehen – sozusagen uns einen Überblick zu verschaffen – und dann von dort runter zum Geysir zu wandern und bei der Rückkehr zum Parkplatz einen Kurzbesuch im Shop zu absolvieren.

Der „echte“ Geysir, der Namensgebende, schläft schon seit langem und bricht nur noch relativ selten und unregelmäßig aus. Das war früher mal anders und die Geschichte(n) dazu könnt ihr gerne hier unter Geschichte nachlesen. Heutzutage ist der kleinere „Strokkur“ gleich nebenan die eigentliche Attraktion, der mehrmals die Stunde ausbricht und somit für den Tourismus ein zuverlässiger Garant ist.

Wir schauen uns zwei der Fontänen-Ausbrüche aus der Nähe an, hier die beiden Abläufe:

Aber dann ist’s auch gut finden wir. Nichts wie weg von diesem Rummel – auf zum Gullfoss.

Aber auch dort: Das gleiche Spiel.
Tatsächlich hinterlässt beides bei uns einen imposanten Eindruck:
Die Sehenswürdigkeit selbst, aber auch der touristische Logistik- & Vermarktungs-Rummel drum herum.

Der Gullfoss macht einfach wegen seiner Größe Eindruck und wegen der Wassermassen die da in jedem einzelnen Augenblick herunter stürzen. Sehr viel Gischt weht herum, es ist von Vorteil eine Regenjacke zu tragen oder wenigstens dabei zu haben. Schon irgendwie interessant, welche Aufmerksamkeit so eine Treppe oder Stufe in der Landschaft plötzlich erregt, wenn eine gewisse Menge Wasser über ihren Rand hinunter stürzt und so zum Wasserfall wird. Eigentlich banal und doch so faszinierend wirkungsvoll.

Über die Straße Nr. 30 fahren wir wieder zurück nach Fludir, dann über die Straße Nr. 32 ins Hochland hinauf, weiter durch Lavafelder und Mond- bzw. Marslandschaft bis zum Hrauneyar Highland center. Sozusagen als Ersatz für die abgebrochene Tour am ersten Tag auf Island. Ab hier ist jedoch 4×4 Antrieb (Allrad) angesagt, ansonsten kehrt man besser um. Und der Tank sollte gut genug gefüllt sein, denn im unbewohnten Hochland kommt auf mehr als 240 km keine Tankstelle mehr.

Mich interessierte der landschaftliche Eindruck (jetzt mal ohne Schnee), aber mich stören die Strommasten die hier oben übers Hochland gebaut wurden (weit mehr als die paar Windräder). Es geht also wieder zurück wie wir gekommen sind, aber ich zweige dann auf die Schotterpiste Nr. 26 ab (14 km) die nach weiteren 13 km Asphalt auf die Straße Nr. 268 abzweigt (ebenfalls Schotter) und die jetzt teilweise ganz üble Löcher oder – schlimmer – Querrillen (ein sogenanntes Waschbrett) hat. Man darf teils bis zu 80 km/h schnell fahren. Wer sich traut.

Ich entscheide mich für 60-70 km/h, das geht gerade noch so, wenn man dann mal rasch einem Loch ausweichen oder bremsen muss. Es wurde aber doch alles ziemlich durchgerüttelt. Von unserer „Küche im Karton“ wurde der Straßenzustand während der ganzen Rüttelfahrt hörbar akustisch begleitet.

Komplett neu eingestaubt erreichen wir die Ringstraße Nr. 1 und biegen links ab nach Hvolsvöllur, wo wir gleich den ersten Campingplatz einnehmen.

Es ist 18 Uhr, es stehen Tortellini mit Steinpilzen auf dem Speiseplan. Nach dem Dreiklang aus kochen, essen, spülen besteht der Nachtisch wieder aus lesen und schreiben. Heute ging der Tag mit Sonne satt los, also wirklich T-Shirt und kurze Hosen Wetter bei echten 12-14 Grad. Nach dem Gullfoss wurde es dann wolkiger und wieder zurück an der Ringstraße kam ein kleiner Regenschauer kurz vor dem Abendessen. Nun ist es wieder trocken und morgen schauen wir uns mal das Lava Center an. Das soll zwar teuer, aber wirklich toll sein. Wir sind gespannt.

Blau eingezeichnet die zurück gelegte Strecke – (raw Map by OpenStreetMap.org)

Km-Stand: 206.894 (230 km gefahren)

Tag 22 – Rummel an Geysir und Gullfoss

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